Auszeichnung „Bester Ausbilder 2021“

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Dank der Bäckerei Huth fand er hier seine berufliche Perspektive.

Mit routinierten Handgriffen drückt Emrih Repaj kleine Vertiefungen in die Oberseite des Bauernlaibs. Repaj hat es „geschafft“: Der gebürtige Albaner kam vor sechs Jahren in der Hoffnung auf ein
besseres Leben nach Deutschland und fand mit einer Bäckerlehre bei der Bäckerei Huth eine berufliche Perspektive (die „Zeit für Brot“ berichtete). Ebenso wie er erfahren viele weitere junge
Menschen im Limburger Handwerksbetrieb einen außergewöhnlich guten Berufseinstieg, egal, ob sie in der Backstube, als Fachverkäufer oder im Büro arbeiten wollen. Nun wurde der echte
Bäcker zum „Ausbilder des Jahres“ gekürt.

„Wir arbeiten ohne Fertigprodukte, kochen alles selbst, backen alles selbst. Und es macht einfach wirklich Spaß zu sehen, wie sich die Lehrlinge von Tag zu Tag weiterentwickeln“, erzählt Teresa Wagner – inzwischen Gesellin nach erfolgreich abgeschlossener Lehre bei der Bäckerei Huth – in einem Video. Der kurze Film wurde eigens für die Preisverleihung „Bäcker des Jahres“ gedreht und verdeutlicht, wie hoch die Qualität einer Ausbildung in dem Limburger Betrieb ist und welchen hohen Stellenwert sie für das gesamte Team hat.
Rund 100 Gäste fanden sich in der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim (Baden-Württemberg) ein, um dabei zu sein, wenn die „Allgemeine BäckerZeitung“ (ABZ) zwei der besten Bäckereibetriebe Deutschlands auszeichnen würde. Zum zweiten Mal nach 2019 ist der Wettbewerb ausgetragen worden.

Exzellenz
„Ich sage immer: Das Bäckerhandwerk ist ein Dorf, und Weinheim ist der Dorfplatz“, wandte sich der Akademieleiter und Geschäftsführer des Deutschen Brotinstituts, Bernd Kütscher, zu Beginn der Preisverleihung an das Publikum. „Diese Auszeichnung ist eine weitere Facette von der Vielfalt und der Exzellenz des Bäckerhandwerks.“ Als eine dieser Facetten überzeugte die Bäckerei Huth die siebenköpfige Jury, der neben Kütscher auch der Chefredakteur der „Allgemeinen BäckerZeitung“, Arnulf Ramcke, und der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Michael Wippler, angehörten.
Dem Limburger Traditionsbetrieb wurde der Titel „Ausbilder des Jahres“ verliehen; eine Kategorie, die bei der ersten Austragung 2019 noch „Baker Maker- Award“ hieß. In der weiteren Kategorie wurde Bäckermeister Heinrich Beck von „BeckaBeck“ aus Römerstein ausgezeichnet.
Zahlreiche Bewerbungen wurden den Preisrichtern vorgelegt. Gemeinsam hatten sie sich dann ausgetauscht und auf die Sieger verständigt. Die Gewinner sollten „keine Eintagsfliegen sein“, führte Arnulf Ramcke die Juryentscheidung aus. „Es geht um die Verlässlichkeit und Konzepte, die eine ganze Branche nach vorne bringen können.“ So seien die gekürten Betriebe auch Vorbilder und Inspiration für andere.

Kardinalsfrage
Ausschlaggebend für die Wahl des echten Bäckers zum „Ausbilder des Jahres“ sei für ihn vor allem eines gewesen, ergänzte Ramcke: Die Bäckerei Huth habe Antworten auf eine der „Kardinalsfragen“ gefunden, die die Bäckerbranche beschäftige: „Wie schaffen wir es in Zeiten, in denen Auszubildende nicht gefunden und Stellen nicht besetzt werden können, junge Menschen dafür zu begeistern, in die Backstube zu kommen oder Brot zu verkaufen?“ Es gehe dabei auch darum, bei Lehrlingen Stolz darauf zu wecken, einen Beruf wie etwa den des Bäckers zu erlernen.
Die Qualität einer Lehre bei der Bäckerei Huth stellte ebenso Brotsommelier Bernd Wettlaufer heraus, der eine Laudatio auf den Limburger Betrieb hielt. Es sei für ihn „eine Ehre und ein Bäckerstolz“, Dominique und Sascha Huth zu der Auszeichnung zu gratulieren. „Die zwei haben es mehr als verdient.“ Wettlaufer lobte unter anderem „Garantie und Spaß bei der Arbeit und Ausbildung“ sowie „tolle Karrierechancen im Bäckerhandwerk.“ Die Bäckerei Huth sei ein Betrieb, der Anreize schaffe, „wo Jugendliche wirklich auch wahrgenommen werden mit ihrer Persönlichkeit. Das ist unsere Zukunft, und das ist ganz, ganz wichtig.“ Das Traditionsunternehmen trage so dazu bei, dass die junge Generation das Bäckerhandwerk motiviert nach vorne bringe.

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„Ausbilder des Jahres“!

Sinn
Die Auszeichnung rührte Dominique und Sascha Huth sichtlich. Er sei überaus glücklich, sagte Sascha Huth der „Zeit für Brot“ nach der Verleihung. „So etwas bekommt man ja nicht jeden Tag.“ Der Titel „Ausbilder des Jahres“ ehre im Übrigen das gesamte Team im Betrieb. „Das sind nicht nur wir allein, sondern auch alle in der Backstube, im Verkauf, im Büro und in der Konditorei. Und das macht uns schon mächtig stolz.“ Der Preis zeige, „dass unser Handeln einen Sinn hat.“ Es sei immer wieder bewegend zu sehen, wie junge Menschen in ihrer Ausbildung zu Gesellen heranwüchsen, Teil des Teams blieben und ihrerseits wieder neue Lehrlinge mit anleiteten.

Dominique Huth erläuterte, sein Betrieb wolle junge Menschen verantwortungsvoll an ihre Aufgaben heranführen. Jedem Azubi stehe ein Mentor zur Seite, und auch bei privaten Problemen müsse man stets ein offenes Ohr für seine Schützlinge haben. „Wir sind echt. Und wir sind menschlicher als viele andere“, verdeutlichte er, was das Ausbildungs- niveau beim echten Bäcker ausmache. „Familiär da zu sein, den anderen zu hören und ihm auch klar zu sagen, wo er steht und wo er hin muss – das gehört alles dazu.“

Überraschung
Und wie reagierten die Azubis auf den tollen Erfolg ihres Ausbildungsbetriebes? „Die wissen es noch gar nicht“, schmunzelte Dominique Huth. Bis auf jene Mitarbeiter, die in dem Video für die Verleihung mitwirkten, sowie die Verkaufsleitung sei noch niemand informiert. Die Überraschung werde darum natürlich umso größer sein – und so weit es „Corona“ zulasse, noch gebührend mit dem gesamten Team gefeiert. „Wir werden es krachen lassen“, lächelte Huth.
Text: Andra de Wit

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